Finanzwissen
Finanzielle Sicherheit
Der Notgroschen: Wie viel Liquiditätsreserve du wirklich brauchst, bevor du investierst
Der Notgroschen: Wie viel Liquiditätsreserve du wirklich brauchst, bevor du investierst
Wer investiert, ohne vorher eine solide finanzielle Reserve aufgebaut zu haben, geht unnötige Risiken ein. Der Notgroschen ist kein optionaler Luxus — er ist die Voraussetzung für jede sinnvolle Geldanlage. Diese Seite erklärt, wie groß er sein sollte, wo er am besten geparkt wird und wann der richtige Zeitpunkt für den nächsten Schritt gekommen ist.
Wer investiert, ohne vorher eine solide finanzielle Reserve aufgebaut zu haben, geht unnötige Risiken ein. Der Notgroschen ist kein optionaler Luxus — er ist die Voraussetzung für jede sinnvolle Geldanlage. Diese Seite erklärt, wie groß er sein sollte, wo er am besten geparkt wird und wann der richtige Zeitpunkt für den nächsten Schritt gekommen ist.
27 %
27 %
ING-Umfrage 2026 (Vorjahr: 23,5 %)
der Deutschen haben keinerlei Ersparnisse
Ein Trend, der seit Jahren zunimmt. Wer keine Reserve hat, ist bei unvorhergesehenen Ausgaben unmittelbar abhängig von Kredit oder Unterstützung – und kann nicht entspannt in Kapitalmärkte investieren. Der Notgroschen ist kein Luxus: Er ist die finanzielle Grundlage, ohne die jede Anlagestrategie auf wackeligem Fundament steht.
01
Wie groß sollte der Notgroschen sein?
Wie groß sollte der Notgroschen sein?
Als Ausgangspunkt gilt eine weit verbreitete Faustregel: Drei bis sechs Nettomonatsgehälter sollten auf einem jederzeit verfügbaren Konto liegen – nicht investiert, nicht gebunden, sofort abrufbar. Diese Spanne ist bewusst weit gefasst, denn die richtige Höhe hängt stark von der individuellen Situation ab.
Wer in einem sicheren Angestelltenverhältnis arbeitet, einen stabilen Haushalt führt und keine großen finanziellen Abhängigkeiten hat, kommt in der Regel mit drei Monatseinkommen aus. Selbstständige, Freiberufler und Personen mit unregelmäßigem Einkommen sollten dagegen eher sechs Monate anpeilen – oder noch mehr, wenn das Einkommen stark schwankt.
Auch Familiensituation und Verpflichtungen spielen eine Rolle: Wer Kinder, pflegebedürftige Angehörige oder hohe laufende Kosten hat, sollte großzügiger planen. Ebenso erhöhen Wohneigentum oder ein älteres Fahrzeug den Puffer – unerwartete Reparaturen kommen meist ungelegen. Der Notgroschen ist keine einmalige Zahl, sondern eine lebendige Größe, die sich mit der eigenen Lebenssituation mitentwickelt.
Als Ausgangspunkt gilt eine weit verbreitete Faustregel: Drei bis sechs Nettomonatsgehälter sollten auf einem jederzeit verfügbaren Konto liegen – nicht investiert, nicht gebunden, sofort abrufbar. Diese Spanne ist bewusst weit gefasst, denn die richtige Höhe hängt stark von der individuellen Situation ab.
Wer in einem sicheren Angestelltenverhältnis arbeitet, einen stabilen Haushalt führt und keine großen finanziellen Abhängigkeiten hat, kommt in der Regel mit drei Monatseinkommen aus. Selbstständige, Freiberufler und Personen mit unregelmäßigem Einkommen sollten dagegen eher sechs Monate anpeilen – oder noch mehr, wenn das Einkommen stark schwankt.
Auch Familiensituation und Verpflichtungen spielen eine Rolle: Wer Kinder, pflegebedürftige Angehörige oder hohe laufende Kosten hat, sollte großzügiger planen. Ebenso erhöhen Wohneigentum oder ein älteres Fahrzeug den Puffer – unerwartete Reparaturen kommen meist ungelegen. Der Notgroschen ist keine einmalige Zahl, sondern eine lebendige Größe, die sich mit der eigenen Lebenssituation mitentwickelt.
Lebenssituation
Lebenssituation
Empfohlene Reserve
Empfohlene Reserve
Angestellte, sicherer Job
Angestellte, sicherer Job
3–4 Monatsausgaben
3–4 Monatsausgaben
Alleinerziehende
Alleinerziehende
5–6 Monatsausgaben
5–6 Monatsausgaben
Selbstständige / Freelancer
Selbstständige / Freelancer
6–12 Monatsausgaben
6–12 Monatsausgaben
Nur 21 %
Nur 21 %
der Deutschen wüssten sofort, wie sie eine unerwartete Ausgabe von 2.000 € stemmen könnten – ohne Schulden aufnehmen zu müssen. (Quelle: Consors Finanz / NielsenIQ-Studie 2026)
der Deutschen wüssten sofort, wie sie eine unerwartete Ausgabe von 2.000 € stemmen könnten – ohne Schulden aufnehmen zu müssen. (Quelle: Consors Finanz / NielsenIQ-Studie 2026)
Rechenbeispiel
Rechenbeispiel
Monatliche Ausgaben
Monatliche Ausgaben
2.500 €
2.500 €
Empfohlene Reserve (4 Monate)
Empfohlene Reserve (4 Monate)
× 4
× 4
Zielbetrag Notgroschen
Zielbetrag Notgroschen
10.000 €
10.000 €
Hinweis: Die empfohlene Reservedauer hängt von der Lebenssituation ab (siehe Tabelle oben). Dieses Beispiel gilt für Angestellte mit stabilem Einkommen.
Hinweis: Die empfohlene Reservedauer hängt von der Lebenssituation ab (siehe Tabelle oben). Dieses Beispiel gilt für Angestellte mit stabilem Einkommen.
02
Wo parkt man die Reserve richtig?
Wo parkt man die Reserve richtig?
Die häufigste Fehlannahme beim Notgroschen: Er müsse Rendite abwerfen. Das stimmt nicht. Die Reserve erfüllt eine völlig andere Funktion als das Anlagevermögen – sie soll in einer Notsituation sofort und vollständig abrufbar sein, ohne Kursverlustrisiko und ohne Kündigungsfristen. Dafür sind Liquidität und Sicherheit entscheidend, nicht die Verzinsung.
Das Tagesgeldkonto ist für die meisten Menschen das geeignete Instrument: Es bietet tägliche Verfügbarkeit, Einlagensicherung bis zu 100.000 Euro und im aktuellen Zinsumfeld zumindest eine moderate Verzinsung. Für größere Rücklagen kann auch ein Festgeldkonto mit kurzer Laufzeit sinnvoll ergänzend eingesetzt werden. Ein sorgfältiger Vergleich von Tagesgeld und Festgeld hilft dabei, die konkreten Konditionen aktueller Angebote zu vergleichen und den passenden Anbieter für die eigene Reserve zu finden.
Girokonto, Bargeld oder gar Aktien sind für die Reserve weniger geeignet: Das Girokonto trägt oft keine oder kaum Zinsen, Bargeld ist nicht abgesichert, und Aktien können zum schlechtesten Zeitpunkt im Wert gefallen sein – nämlich dann, wenn man das Geld wirklich braucht. Gegenüber dem Anlagekonto gelten hier andere Maßstäbe.
Die häufigste Fehlannahme beim Notgroschen: Er müsse Rendite abwerfen. Das stimmt nicht. Die Reserve erfüllt eine völlig andere Funktion als das Anlagevermögen – sie soll in einer Notsituation sofort und vollständig abrufbar sein, ohne Kursverlustrisiko und ohne Kündigungsfristen. Dafür sind Liquidität und Sicherheit entscheidend, nicht die Verzinsung.
Das Tagesgeldkonto ist für die meisten Menschen das geeignete Instrument: Es bietet tägliche Verfügbarkeit, Einlagensicherung bis zu 100.000 Euro und im aktuellen Zinsumfeld zumindest eine moderate Verzinsung. Für größere Rücklagen kann auch ein Festgeldkonto mit kurzer Laufzeit sinnvoll ergänzend eingesetzt werden. Ein sorgfältiger Vergleich von Tagesgeld und Festgeld hilft dabei, die konkreten Konditionen aktueller Angebote zu vergleichen und den passenden Anbieter für die eigene Reserve zu finden.
Girokonto, Bargeld oder gar Aktien sind für die Reserve weniger geeignet: Das Girokonto trägt oft keine oder kaum Zinsen, Bargeld ist nicht abgesichert, und Aktien können zum schlechtesten Zeitpunkt im Wert gefallen sein – nämlich dann, wenn man das Geld wirklich braucht. Gegenüber dem Anlagekonto gelten hier andere Maßstäbe.
Produkt
Produkt
Verfügbarkeit
Verfügbarkeit
Einlagensicherung
Einlagensicherung
Tagesgeld
Tagesgeld
✓ täglich
✓ täglich
✓ bis 100.000 €
✓ bis 100.000 €
Festgeld
Festgeld
⚠ nach Laufzeit
⚠ nach Laufzeit
✓ bis 100.000 €
✓ bis 100.000 €
Girokonto
Girokonto
✓ täglich
✓ täglich
— meist kein Zins
— meist kein Zins
03
Nach dem Notgroschen: Der nächste Schritt
Nach dem Notgroschen: Der nächste Schritt
Sobald die Reserve vollständig aufgebaut ist und du weißt, dass sie stabil auf einem Tagesgeldkonto liegt, ändert sich dein Handlungsspielraum grundlegend. Ab diesem Punkt kannst du freie Mittel systematisch investieren, ohne ständig Angst haben zu müssen, bei einem Notfall Wertpapiere im Verlust verkaufen zu müssen.
Für langfristig orientierte Anleger ist der Einstieg in ein diversifiziertes ETF-Portfolio der häufig empfohlene erste Schritt. Wem es um mehr Stabilität im Portfolio geht, der sollte sich auch mit der Anleihenseite auseinandersetzen. Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Aktien und Anleihen kann insbesondere in volatilen Phasen stabilisieren – der Artikel zu Anleihen im Portfolio 2026 gibt einen aktuellen Überblick über Chancen und Risiken dieser Anlageklasse im gegenwärtigen Zinsumfeld.
Entscheidend ist dabei die Reihenfolge: erst Notgroschen, dann Investieren. Wer diesen Schritt überspringt, setzt sich unnötigem Druck aus. Wer ihn beherzigt, kann entspannter und langfristiger denken – und hat im Ernstfall einen echten finanziellen Puffer, ohne sein Portfolio antasten zu müssen.
Sobald die Reserve vollständig aufgebaut ist und du weißt, dass sie stabil auf einem Tagesgeldkonto liegt, ändert sich dein Handlungsspielraum grundlegend. Ab diesem Punkt kannst du freie Mittel systematisch investieren, ohne ständig Angst haben zu müssen, bei einem Notfall Wertpapiere im Verlust verkaufen zu müssen.
Für langfristig orientierte Anleger ist der Einstieg in ein diversifiziertes ETF-Portfolio der häufig empfohlene erste Schritt. Wem es um mehr Stabilität im Portfolio geht, der sollte sich auch mit der Anleihenseite auseinandersetzen. Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Aktien und Anleihen kann insbesondere in volatilen Phasen stabilisieren – der Artikel zu Anleihen im Portfolio 2026 gibt einen aktuellen Überblick über Chancen und Risiken dieser Anlageklasse im gegenwärtigen Zinsumfeld.
Entscheidend ist dabei die Reihenfolge: erst Notgroschen, dann Investieren. Wer diesen Schritt überspringt, setzt sich unnötigem Druck aus. Wer ihn beherzigt, kann entspannter und langfristiger denken – und hat im Ernstfall einen echten finanziellen Puffer, ohne sein Portfolio antasten zu müssen.
Ressourcen
Weiterführende Ressourcen
Weiterführende Ressourcen
Wer den Notgroschen erfolgreich aufgebaut hat und nun über den Einstieg ins Investieren nachdenkt, wird früher oder später auf die Frage stoßen, welche Anlageformen am besten zur eigenen Strategie passen. Für viele ist ein kostengünstiger ETF-Sparplan der passende Einstieg. Ein umfassender Dividenden-ETFs im Vergleich zeigt, welche ausschüttenden ETFs sich im Vergleich besonders gut entwickelt haben und was dabei auf Kosten, Diversifikation und Ausschüttungsrendite zu achten ist.
Wichtig ist dabei stets: Kein Artikel und keine Webseite – auch diese nicht – ersetzt eine individuelle Finanzberatung. Nutze externe Quellen zur Orientierung und zum Einstieg in ein Thema, aber triff Anlageentscheidungen immer auf Basis deiner persönlichen Situation, deines Zeithorizonts und deiner Risikobereitschaft.
Wer den Notgroschen erfolgreich aufgebaut hat und nun über den Einstieg ins Investieren nachdenkt, wird früher oder später auf die Frage stoßen, welche Anlageformen am besten zur eigenen Strategie passen. Für viele ist ein kostengünstiger ETF-Sparplan der passende Einstieg. Ein umfassender Dividenden-ETFs im Vergleich zeigt, welche ausschüttenden ETFs sich im Vergleich besonders gut entwickelt haben und was dabei auf Kosten, Diversifikation und Ausschüttungsrendite zu achten ist.
Wichtig ist dabei stets: Kein Artikel und keine Webseite – auch diese nicht – ersetzt eine individuelle Finanzberatung. Nutze externe Quellen zur Orientierung und zum Einstieg in ein Thema, aber triff Anlageentscheidungen immer auf Basis deiner persönlichen Situation, deines Zeithorizonts und deiner Risikobereitschaft.